Was für eine Woche! Dieses Mal ging es etwas emotionaler zu und her. Noch bevor ich mit der Erklärung dazu beginne, in der Flieger-RS ist es normal, nach 3.5 Wochen in eine neue Funktion zu wechseln. Dabei wird man in verschiedenen Bereichen vertieft ausgebildet. Da aber nicht alle über die selben Vorkenntnisse besitzen, muss man unter Umständen den Zug wechseln, um den Technischen Dienst anzutreten. 

Aber alles von Anfang an. Der Montag hat mit einem Workshop begonnen, bei dem wir zusammen mit dem Seelsorger der Armee über Stressbewältigung gesprochen haben. Dabei haben wir auch Atemübungen gemacht und in Gruppendiskussionen erklärt, wie es uns in spezifischen Situationen geht. Später folgten ca. 4h LMS (LernenMitSchlaf bzw. eLearning) mit Unterbruch um Zmittag zu essen. Glücklicherweise hatten wir dann noch Sport. Dieser war sehr cool! Zuerst spielte meine Gruppe Basketball und danach ging es zum Krafttraining. Auch wenn letzteres sehr anstrengend war, bereitete es mir riesen Spass!😊 
Am Abend kamen noch weitere Theorielektionen dazu, in denen ich mit dem Einschlafen kämpfen musste. 

Dienstags ging es wieder auf den Schiessplatz. Anstatt in der KD (Kurzdistanz) Box begannen wir im 300m Stand. Nach dem Einschiessen und Einstellen des Gewehrs konnten wir unser noch halb volles Magazin leeren. Ich habe viele Tips und Tricks von meinen Wachtmeistern erhalten, und für das, dass ich das erste mal so geschossen habe, war es gar nicht mal so schlecht. 😋 Das gab mir extrem viel Selbstvertrauen. Vor dem Lunch ging es noch einmal zur Kurzdistanz. Den Nachmittag haben wir damit verbracht, unser erlerntes Sanitätswissen mit Rollenspielen zu festigen. Pünktlich um 16.00 Uhr hat der krankheitshalber in der Kaserne liegende Kamerad, die Liste mit der Einteilung gesendet. Gespannt las ich jede Liste durch und fand meinen Namen nicht. Ich wurde etwas stutzig. Mein Gspänli in der Kompanie 1 teilte mir mit, ich sei bei ihm auch nicht zu finden. 
Da begann das Drama. Somit wusste ich, dass ich nicht nur den Zug sondern gleich die ganze Kaserne welchseln musste. Die Vorstellung meine Freunde zu verlassen, brach mir das Herz. Ohne zu wissen, welche Funktion ich dann tatsächlich habe, war ich untröstlich. Als ich dann aber noch erfuhr, was ich genau machen sollte, war ganz fertig. Werkssicherung. Nun ja, was es genau ist, ist etwas schwierig zu erklären. Vielleicht kann da ja ein netter Leser weiterhelfen? 😉 Aber grundsätzlich, wie ich es verstanden habe, geht es darum, Flugplatz etc. zu sichern und vorallem in Sachen Brandbekämpfung zu unterstützen. Warum ausgerechnet ich dorthin sollte, ist mir bis jetzt noch ein Rätsel. 
Bei der Funktionsvorstellungsrunde war es mir endgültig klar, dass es nicht für mich ist. Das mache ich keinen einzigen Tag. Nachdem ich das deutlich klargemacht habe, konnte ich auf mein Zimmer und ich wurde von netten Freunden via Telefon und in der Kaserne etwas getröstet. 

Mittwoch war also nun schneller da als ich mir erhofft habe. Nach einer Materialkontrolle fugte ich mein Gepäck in den Duro und verliess mein Zuhause der letzten 3 Wochen. Dort angekommen, hatte ich erstmals noch 90 Min Pause. Danach ging alles ganz schnell und ich werde nicht jedes einzelne Detail erläutern. Auf jedenfall kam zuerst ein Wachtmeister auf mich zu und meinte, es käme alles gut für mich. Wenig später nahm mich ein Leutnant raus und teilte mir mit, ich könne wieder zurück. Die Liste wäre fehlerhaft gewesen. In diesem Moment hätte ich ihm um den Hals fallen können. Ich war so glücklich und konnte nicht glauben, dass nun doch noch alles gut kommt. Zum Glück war gerade ein Auto mit Fahrer bereit, um mich wieder 'nach Hause' zu bringen. Mein Wunsch, in den alten Zug zurückzukehren, ging sogar auch noch in Erfüllung.

Nun bin ich also im Kommandozug. Unsere Aufgaben sind die Instandhaltung der Kaserne und der Wachtdienst. Donnerstag und Freitag haben wir uns also ans 'Arbeiten' gemacht. Es ist nicht so, dass wir nichts machen, aber es ist sicherlich weniger anstrengend als andere Funktionen. 😂 Nächste Woche habe ich hoffentlich eine etwas bessere Überischt darüber, was ich eigentlich genau mache. 

Einen Vorteil hatte diese Rochade allerdings schon. Wir haben jetzt noch ein paar Romands bei uns und ich kann endlich mal mein Französisch gebrauchen. Konversationen funktionieren schon mal recht gut. 

Fazit der Woche: Auch wenn alle Zeichen auf rot sind, sollte man nie die Hoffnung aufgeben. Wie es mir alle schon prophezeit haben, ist alles gut gekommen. Ich weiss es sehr zu schätzen, solch tolle Kameraden zu haben!

Song der Woche: Madness - Muse

P.S. Da ich am alten Ort bin ändert sich meine Feldpostadresse nicht. Also steht einem Päckli oder Brief nichts mehr im Wege. 

Kommentar schreiben

Der Kommentar wird nach Prüfung freigeschaltet. Das kann etwas dauern ;-)


Sicherheitscode
Aktualisieren